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Öffentlicher Personennahverkehr

S-Bahnähnlicher Verkehr

von Eva-Maria Glathe-Braun am 07.10.2012 | 14:34 | Kommentare: 11 |

In den Verkehrsszenarien findet sich immer der Begriff vom S-Bahn ähnlichen Verkehr, das ist nicht sehr konkret, was ist darunter zu verstehen, wie sieht das konzeptionell aus und wie sollen die Überlegungen dazu durchgesetzt werden?

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Kommentare

Klee am 22.10.2012 20:57:34

Das sehe ich ganz genauso - ich kenne ja die Platzsituation entlang der Germanenstraße und Am Bahndamm, und ja, vernünftig ist auf der Westseite näher zur Ortsmitte nichts zu realisieren, da stimme ich auf jeden Fall zu. Auf der Ostseite wäre Platz, aber da ist nichts erschlossen. Ein Haltepunkt ohne Parkplätze für Wagen und Räder würde einfach nicht funktionieren. Das ist also definitiv ein Problem.

Jcobson am 22.10.2012 20:43:47

Unabhängig davon ob sich Gerlenhofen ausbreiten sollte oder nicht, diese Anforderungen sollte man an jeden modernen S-Bahn Haltepunkt stellen können (vgl. hierzu München).
Der neue Punkt mag zwar zentraler liegen, aber niemand hat Lust im Regen auf die Bahn zu warten, niemand hat Lust von Werzlen aus, der Kirche oder dem Sportplatz 500 bis 800 Meter zu Fuß zu gehen. Ich kann mich nur wiederholen, ohne dass eine vernünftige Abstellfläche für Fahrräder realisiert wird, wird man kaum jemanden dazu motivieren können mit der S-Bahn zu fahren.
Ich fordere ja keinen Kiosk, ein Hotel noch anderweitig abwegige Dinge ich fordere lediglich, dass ein neuer Haltepunkt vernünftig erschloßen wird und einen gewissen Mindeststandard bietet.

Klee am 22.10.2012 20:12:51

Das stimmt natürlich allerdings wieder. Sollte Gerlenhofen sich irgendwann mal östlich des Bahndamms ausbreiten, so circa zwischen Bahnstrecke und Baggersee, wäre ja da prinzipiell "ne schöne Gelegenheit, etwas Platz zu schaffen für P R, Räder und Wartehäuschen. Sieht mir aber nicht danach aus, wenn ich mir die Pläne aus dem Stadtrat anschaue ( https://neu-ulm.more-rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=2007-STR-135 ), auch wenn ich das persönlich für eine schöne Chance für Gerlenhofen halten würde. Wohnraum wird sowieso gebraucht in der Gegend, supernahe an der S-Bahn und an der Natur...

Soweit ich weiß, ist der neue Haltepunkt aber auch gar nicht mal unmittelbar geplant - Ende 2013 soll die S-Bahn ja schon starten, bis dahin wird wohl eher nichts mehr verlegt werden (schätze ich) und solange wird dann wohl der übliche Haltepunkt bedient werden. Da die S-Bahn ja eher keine Haltepunkte überspringt, wird das alles wohl gar nicht mal so übel aussehen für euch :-). Und wer weiß, vielleicht habt ihr in ein paar Jahren ein schönes neues kleines Viertel neben der Bahnstrecke mit allem Drum und Dran.

Jcobson am 22.10.2012 19:33:28

Das mit der Verlegung des Haltepunktes ist auch ein interessanter Aspekt.
Der Haltepunkt soll Richtung Ortsmitte verlegt werden. An und für sich logisch. Die Argumentation dafür leuchtet mir auch ein.
Jedoch wurden meines Erachtens nach die örtlichen Gegebenheiten außen vor gelassen.

Es existiert entlang der Bahnstrecke kein Abschnitt mit mehr als 5 Metern Abstand zur Straße. Wo sollen dort ein Fahrkartenautomat, ein Wartehäusschen, ein Bahnsteig sowie eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder hin?
Ohne die Möglichkeit Fahrräder vor Ort vernünftig abstellen zu können, wird sich der Haltepunkt nicht rentieren.

Der bisherige Haltepunkt wäre prinzipiell geeignet gewesen und hätte sogar noch Platz für eine Art Park a n d Ride Parkplatz gehabt.
Leider hat die Bahn die dazu nötigen Grundstücke veräußert.
Da die Hausener und Jedelhausener über eine Busverbindung am Wochenende verfügen, die man nicht einmal so bezeichnen kann, wäre es gerade für diese sicherlich interessant gewesen in Gerlenhofen ihr Auto abzustellen und anschließend mit dem Zug weiterzufahren. Diese Möglichkeit wurde leider vertan. Am neuen Haltepunkt wo auch immer der genau sein soll, wird es definitiv diese Flächen nicht geben.
Zudem muss der neue Haltepunkt erst eingerichtet werden. Ich wage zu bezweifeln, dass dies zeitnah genug geschieht, so dass die erste S-Bahn mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder nur an Gerlenhofen vorbeifahren wird.

Neuer Haltepunkt hin oder her, es wäre schon ein erheblicher Vorteil, wenn zumindest die gegenwärtige Situation verbessert wird und man als überzeugter Nutzer des ÖPNV auch alle Züge nutzen könnte, die tatsächlich in Gerlenhofen halten.

Klee am 22.10.2012 18:29:11

Gerlenhofen hat man schon nicht vergessen ;-)

In den alten (  Link - S. 36f.) wie voraussichtlich in den neuen Planungen ist Gerlenhofen natürlich Teil der Strecke, mehr noch soll ein neuer Haltepunkt näher an der Ortsmitte errichtet werden, der dann hoffentlich auch attraktiver ist als der alte am Eck. Für meine Begriffe ist Gerlenhofen damit einer der größten Gewinner der neuen S-Bahn-Strecke (die ja nach Weißenhorn definitiv kommt, auch wenn sie wohl anfangs anders heißen wird), weil die Anbindung noch besser wird und noch besser zu erreichen ist.

Jcobson am 22.10.2012 18:18:53

Es stimmt mich positiv zu lesen, dass die Planungen für die erste S-Bahn Linie Ulm-Weißenhorn schon recht weit fortgeschritten sind.
Diese Strecke hat sicherlich Potential.
Warum jedoch immer nur der Teilabschnitt Senden - Weißenhorn diskutiert wird, verstehe ich nicht.
In jeder Diskussion vermisst man den südlichsten Stadtteil von Neu-Ulm, Gerlenhofen. Dieser Ort hat bereits einen Bahnhof und jeder Gerlenhofener verbringt täglich bestimmt 40 Minuten damit an den geschlossenen Schranken zu stehen und den durchfahrenden Zügen hinterherzuschauen. Wohlgemerkt, "hinterschauen" nicht mitfahren. Selbst wenn die Züge aufgrund eines Gegenzuges sich in Gerlenhofen kreuzen und somit einer auf dem Ausweichgleis steht, ist es untersagt in diese Züge einzusteigen. Was gegen diese Option spricht, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Wenn man diese Züge offiziell in den Fahrplan integrieren würde, würde es zum ersten zu keinen Verzögerungen kommen, da der Zug ja sowieso steht und zum anderen würde man die Akzeptanz einer zukünftigen S-Bahn (die dann hoffentlich nicht nur durch Gerlenhofen durchfährt, sondern dort auch anhält) steigern.

Wenn ich mit einem der 10 Züge die momentan täglich in Gerlenhofen "offiziell" halten fahre, benötige ich bis zur Uni in Ulm circa 30 Minuten (inklusive umsteigen am Bahnhof in die Linie 3).
Nehme ich hingegen einen Bus bin ich circa 60 Minuten unterwegs.
Es liegt also auf der Hand, dass die S-Bahn bzw. momentan auch die Regionalbahn von Memmingen nach Ulm zu einer erheblichen Zeitersparnis für all diejenigen führt, die von Gerlenhofen aus in die Stadt wollen (dies gilt natürlich ebenfalls auch für den Rückweg).
Ich plädiere somit dafür, die Gerlenhofener bei der Planung und Realisierung der S-Bahn Linie Ulm - Weißenhorn nicht zu vergessen.

Klee am 22.10.2012 15:20:28

Der damalige Bahnhof in Burlafingen wurde ja 1987 aufgelöst - damals galt noch das Primat des Motorisierten Individualverkehrs, und von Burlafingen aus kam man ja auch recht schnell mit dem Wagen nach Ulm und Neu-Ulm.

Aber an sich dürfte heute doch wirklich nichts mehr gegen einen reaktivierten Haltepunkt sprechen. Ich bin kein Verkehrsplaner und kenne die Parameter nicht, aber Burlafingen ist verhältnismäßig groß (~4000 Einwohner) und kompakt, und mit einem RB oder einer S-Bahn käme man in wenigen Minuten bis Neu-Ulm Bf und Ulm Hbf, während ein Bus noch diverse Haltestellen in Pfuhl und Offenhausen abzuklappern hat. Die Strecke durchschneidet den Ort auch nicht brutal, ein Haltepunkt würde dennoch einen großen Teil des Ortes abdecken. Eigentlich ideal.

Einen Haltepunkt im ähnlich großen Lonsee würde niemand abschaffen wollen, und Lonsee ist erstens relativ weit verzweigt (der große Ortsteil Urspring hat seinen eigenen Haltepunkt!) und zweitens weiter von Ulm entfernt. Burlafingen ist, S-Bahn hin oder her, eigentlich ein absolutes Muss. Von allen diskutierten Haltepunkten ist das für mich der logischste und sinnvollste.

CG am 22.10.2012 15:06:25

Was spricht dagegen, dass der Regionalzug von und nach Augsburg bzw. München einfach an einer wiedererrichteten Haltestelle in Burlafingen hält????

Klee am 20.10.2012 12:14:21

Ich habe mir heute noch einmal den alten S-Bahn-Plan von 2010 angeschaut (Link von unten, S. 47) und mich gefragt, ob manche untersuchte Streckenführung nicht viel zu lang wäre.

Die Pilotstrecke nach Weißenhorn hinaus finde ich von der Länge der Strecke, der Fahrtdauer und der Zahl der Halte eigentlich so gut gelungen, dass sie Vorbildcharakter haben könnte. Andere projektierte Strecke wie bis nach Tannheim, Aalen oder Riedlingen finde ich wiederum zu lang - müssten die Streckenarme nicht halbwegs symmetrisch sein?

Klar, diese drei projektierten Strecken (S3, S5, S6) bedienen auch den Umlandverkehr von und nach Ehingen, Memmingen und Heidenheim. Aber muss das die Aufgabe einer Ulmer S-Bahn sein? Soll der S-Bahn-Verkehr so weit über das DING hinausgreifen?

Ich würde dafür plädieren, lieber kürzere Strecken wie eben nach Weßenhorn anzugehen, die erstens günstiger sind (weniger Wagen, weniger Bauarbeiten) und zweitens im Bedarfsfall immer noch ausgebaut werden können.

Ausgehend von den sma-Planungen von 2010 würde ich dann folgende Durchmesserstrecken vorschlagen:

* S1: Günzburg-Ulm-Geislingen/Altenstadt (also mit Endhalt in Günzburg statt in Nersingen, zu errichtenden Halten in Burlafingen und Pfuhl/Max-Eyth-Straße, Jungingen und Ulm-Nord und mit einer reaktivierten Strecke ins Geislinger Zentrum); 9 6 Halte ausgehend von Ulm.
* S2: Weißenhorn-Ulm-Ehingen; 10 9 Halte
* S3: Munderkingen-Ulm-Langenau; 7 6 Halte, optional Heidenheim statt Langenau, dann 7 10 Halte

Die Strecken, die Ulm als Endhalt haben (S4, S5, S6), sind etwas schwieriger; die Südbahn ist jenseits von Erbach herzlich blöd gelegen, und im Norden haben sie keine Entsprechung. Dennoch sollten Illertissen, Laupheim/Stadt und Biberach unbedingt abgedeckt sein.

Wenn ich mal die Finanzen beiseite lasse, könnte ich mir S-Bahnen auf neuen Stichstrecken sehr gut vorstellen. Erbach-Ehingen wird ja hoffentlich hartnäckig verfolgt, daneben könnte ich mir aber auch z.B. eine Strecke nach Laichingen vorstellen, die über Dornstadt geht. Die könnte dann den NBS-Tunnel mitbenutzen, beim Portal nach Dornstadt abzweigen, einen Halt im Westen einrichten und dann über Tomerdingen-(Temmenhausen-Bermaringen-)Berghülen-Machtolsheim nach Laichingen oder Westerheim geführt werden. Gerade Dornstadt, Tomerdingen und Bermaringen haben viele Ulm-Pendler, sind aber nur über das Auto oder einen eher lahmen Bus angebunden.

Ein anderes Riesenprojekt könnte versuchen, Laupheim-Stadt neu anzubinden und dabei das Gebiet zwischen Südbahn und Illertalbahn für die S-Bahn zu erschließen. Ich war lange nicht mehr in Laupheim-Stadt, aber ich meine, dass eine Fortführung des Gleises nach Norden zumindest nicht vollkommen unmöglich ist. Von dort aus ließen sich auf die ein oder andere Weise eventuell Stetten, Dellmensingen, Gögglingen und Donaustetten oder Oberholzheim, Hüttisheim, Staig, Oberkirchberg und Illerkirchberg einbinden. Oder sogar beide Strecken? Die Premiumlösung wäre es, in Wiblingen einen attraktiven Halt einzurichten.

Aber das hat erstens vielfältige bautechnische Probleme, zweitens immense Kosten zur Folge, und drittens kann ich mir nicht vorstellen, dass wir das Bund und Ländern als dringlich und damit finanzierungswürdig verkaufen würden. Schade, damit ließen sich ein paar Bevölkerungsschwerpunkte und Hauptquellen für Straßenpendlerverkehr attraktiv einbinden...

Klee am 15.10.2012 17:52:42

Ein bisschen konkreter wird der Regionalverband. Momentan wird an einem aktualisierten Entwurf gearbeitet, auf Grundlage einer Studie von 2010, die man unter diesem  Link einsehen kann.

Auf Seite 35 findet man eine schöne Karte der damaligen Planungen, mit schon jetzt bestehenden und möglichen zukünftigen Haltepunkten. Allerdings kann und wird sich da noch viel tun. Trotzdem wäre es schön - wie ich schon anderer Stelle mit Hinweis auf Ulm-Nord und Jungingen getan habe -, wenn man möglichst nahverkehrsfreundlich plant und die S-Bahn ganz eng, möglichst sogar verbindlich, in den VEP integriert.

Moderation am 15.10.2012 17:00:26

Hallo Eva-Maria Glathe-Braun, liebe Teilnehmende,
aus Neu-Ulm haben wir folgende Antwort auf diese Frage erhalten:
"Auf das gemeinsame Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm laufen insgesamt 6 Schienenstrecken zu. Ziel des S-Bahn-ähnlichen Betriebes ist es, dass hier künftig die regionalen Züge (RB, RE, IRE) im Halbstundentakt fahren. Auf diese Weise hätten die Pendler/innen aus/in die Region eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Dadurch erhoffen sich beide Städte, weniger Autoverkehr in Ulm und Neu-Ulm."

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)

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