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Stadtraum und Mobilität

Gamification der Fortbewegung?

von Klee am 13.10.2012 | 12:21 | Kommentare: 3 |

Der Beitrag von FloDiehl in einem anderen Thema (  Link ) hat mich ein bisschen zum Überlegen gebracht, konkret sein Hinweis auf die Öko-Zähler in car2go-Wagen - ich selber fahre kein car2go, deswegen war mir das neu.

Worüber ich nachgedacht habe war die Möglichkeit, Gamification in die innerstädtische Fortbewegung einzubringen. Gamification (siehe  Link ) heißt im Grunde, spielerische Elemente in Kontexte zu bringen, die nichts mit Spielen zu tun haben. Der Öko-Zähler ist ein schönes Beispiel dafür: ein visueller Balken (nehme ich an), wie man ihn etwa aus Videospielen kennt. An diesem Konzept kann man viel berechtigt kritisieren, aber sein Effekt ist oft genug erstaunlich: nicht nur, aber vor allem jüngere Generationen gehen Sachen plötzlich ganz anders an, wenn es um Punkte, um Ranglisten, um Aufgaben (Quests) und dergleichen geht. Mit Bonuspunktkarten à la Payback ist das nicht zu vergleichen.

Vielleicht könnte man sich überlegen, ein paar Konzepte auch in Ulm zu erproben? Jeder interessierte Bürger etwa könnte über ein Internetkonto zum Beispiel seine individuelle Ökobilanz einsehen, gefüttert aus Daten der DingCard, des car2go-Kontos, eines Schrittzählers, eines Fahrradcomputers. Mit entsprechenden Belohnungen (etwa eine kostenlose Monatskarte bei so-und-so-vielen Ökokilometern) und meinetwegen auch Social Network-Einbindung (Abzeichen in Facebook-Konten oder so, ich hab kein Facebook deswegen kenne ich mich da nicht aus) könnte man so einige Leute motiviert kriegen, vor allem eben auch Schüler, die später einmal als Erwachsene vielleicht ihr Konto gleich weiterpflegen wollen.

Da gäbe es natürlich sehr viel zu beachten und zu verfeinern, Datenschutz wäre da das allerwichtigste Thema. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob das überhaupt eine gute Idee ist (über Kritik freue ich mich, ehrlich!), aber wo, wenn nicht in einem solchen Forum, können wir auch mal abseitigere Ideen diskutieren...

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Kommentare

telepro am 24.10.2012 10:01:34

Zur Umsetzung dieses Vorschlags müssen die Wege mit den verschiedenen Verkehrsmitteln elektronisch erfasst werden. Das kann man natürlich unterschiedlich granular tun. Ein Tool für die grobe Erfassung kann man einfacher programmieren und mit Daten versehen.

Eine detaillierte Möglichkeit besteht darin, eine individuelles Nutzerkonto zu führen, welches auf einem verkehrsmittelübergreifenden Datenbestand aufsetzt. Im Projekt RUDY 2005 haben wir einen Schritt in diese Richtung gemacht, indem wir das Fahrplanauskunftsystem in Echtzeit mit dem Dispositionssystem der Taxi-Zentrale Neu-Um verbunden haben. Dadurch konnte man sich diskriminierungsfrei die Alternativen ÖPNV und Taxi ansehen, bzw. Teilwege mit dem Taxi dazubuchen, wenn z. B. kein Bus mehr fuhr. Leider ist es von den Akteuren im ÖV, Taxi und auch der Politik nicht weiter verfolgt worden. Die Gründe wurden nie offen diskutiert. Ähnliches brächte man heute unter der diskrimierungsfreien Einbindung der verschiedenen Car-/Bikesharer.

Jimmy am 15.10.2012 12:32:44

Wenn man bedenkt, welcher technischer Aufwand für ein Verkehrsleitsystem notwendig wäre, müsste auch das vorgeschlagene System möglich sein. Ich finde die Idee klasse.

Maike am 15.10.2012 11:12:45

Ich finde die Idee ganz reizvoll. Wie sich sowas realisieren lassen könnte, weiß ich aber auch nicht. Da muss wohl zunächst jeder Anbieter selbst Ideen entwickeln.

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