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Öffentlicher Personennahverkehr

Open Data & Fahrpläne

von FloDiehl am 08.10.2012 | 09:23 | Kommentare: 6 |

Die deutsche Bahn macht sich ja gerade lächerlich was Open Data und Offenlegung von Fahrplänen angeht.
Kurz dazu: die Deutsche Bahn ist nicht fähig selbst funktionierende Anwendungen zu programmieren die sämtliche relevanten Fahrplandaten auslesen und verarbeiten können. Deshalb bezahlt die DB Privatfirmen dafür solche Software zu programmieren die wir dann auf bahn.de benutzen. DB däumt diesen Privatunternehmen Nutzungsrechte an den Fahrplandaten ein, und das blockiert derzeit sämtliche Vorhaben diese Daten öffentlich zugänglich zu machen.

Soviel zum Hintergrund. Ich bin mir sicher dass die SWU um einiges Fortschrittlicher ist was dieses Thema angeht, nur würde ich wirklich mal gerne wissen wie weit denn das gedeiht. Ich kenne viele studentische Gruppen die förmlich wild darauf sind funktionierende Software zu schreiben, um die Fahrplandaten ans 21. Jhdt. anzupassen.

Worum geht"s im Detail:
Auslesen der realen Ankunftszeiten der Busse an der Haltestelle.
Infos über Ausfälle & Verspätungen wären so in Echtzeit zu erfahren, was v.a. bei Streiks für die Fahrgäste, die den ganzen Spaß ja bezahlen, überaus hilfreich ist.

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Kommentare

telepro am 24.10.2012 9:17:48

Mich würde interessieren, welche Daten, Funktionen und Dienste von den Akteuren des ÖV derzeit nicht (in der passenden Form) zur Verfügung gestellt werden, was weitere Programmierungen erforderlich macht. Im Projekt RUDY haben wir 2005 eine Schnittstellestelle zwischen Betriebsleitsystemen und Auskunftsystemen zur Übermittlung von Echtzeitdaten erstmals umgesetzt und als VDV-Standdard 454 eingebracht. Dieser wurde später in leicht veränderter Form sogar CEN-normiert. Insofern haben Ulmer Entwicklungen die Telematik im ÖV geprägt. Die Daten der Regionalbusse könnten prinzipiell genauso ins Auskunfssystem eingespielt werden. Warum sie es nicht sind, kann ich nicht beurteilen.

Nun von GTFS wusste man vor ein paar Jahren noch nichts... aber, wie gesagt, interessant wäre zu hören, welcher weitere Nutzen damit verbunden werden könnte, der nicht nur Google zugute kommt.

FloDiehl am 09.10.2012 22:04:03

OK, darüber weiss ich definitiv zu wenig...alles böhmische Dörfer. Aber ich bin ja schonmal froh dass dass überhaupt geht.

stk am 09.10.2012 18:47:29

@FloDiehl, oh wait, von „leicht“ war bei GTFS-Realtime nicht die Rede ;) Ich bin auch gespannt, ob sich die Loesungen der Belgier(?) auf VDV-452 adaptieren lassen.

FloDiehl am 08.10.2012 22:12:25

@stk: wow, das wusste ich nicht, dass die Realtime Daten auch so leicht überführt werden könnten. Nach meinem letzten Mailgespräch mit der Gruppe der Hochschule habe ich das so verstanden, dass das wohl noch etwas dauert bis das implementiert ist.

Da freut man sich doch gleich noch viel mehr auf das neue Smartphone ;-)

vielen Dank auch fuer die Links...

stk am 08.10.2012 15:22:15

…und noch als Ergaenzung: Diese Bestrebungen koennen natuerlich immer noch „besser“ werden; die Demonstration politischen Willens, hier mit der Innovationsregion Ulm Spitzenreiter in der Bundesrepublik sein zu wollen, fuer den Prozess sicher hilfreich ;)

stk am 08.10.2012 13:14:20

Als „Insideranmerkung“: Die SWU _sind_ erfreulich aufgeschlossen und fortschrittlich so fortschrittlich, dass die Schilderung der Situation bei einem Arbeitsgruppentreffen im Abgeordnetenhaus Berlin vor einigen Monaten offene Muender hinterliess. Eine unter cc-by-sa-lizenzierte Fassung des damaligen Fahrplans der SWU gibt es auf https://github.com/UlmApi/swu2gtfs/tree/master/swu fuer EntwicklerInnen, die Dokumentation findet sich auf  Link

Der Prozess, diese Daten weitgehend automatisiert ins GTFS-Format zu ueberfuehren, ist momentan schon recht weit fortgeschritten, siehe die github-Seite, da ist nur noch wenig Handarbeit notwendig. Im Ulmapi-Wiki ist auch die EFA des Verkehrsverbundes beschrieben; das ist das, was Herr Muegge am Freitag mit „verschluesselten Daten“ meinte, die beispielsweise auch von  Link genutzt werden (siehe hierzu auch https://github.com/UlmApi/departure-times-mobile)

Erfreulicherweise konnten am Freitag im kurzen Gespraech mit Herrn Muegge einige Missverstaendnisse ausgeraeumt werden. Ich hoffe noch auf ein Gespraech mit dem DING und dann hoffentlich moeglichst bald die Umsetzung folgender Schritte:

* Ueberfuehrung der SOLL-Fahrplaene aus VDV-452 nach GTFS und Bereitstellung unter offener Lizenz. Mit den SWU koennen wir das vielleicht sogar schon zum Fahrplanwechsel 2012 schaffen, da warte ich noch auf Feedback.
* Anpassung der IST-Fahrplaninformationen, damit diese als GTFS-Realtime bereitgestellt werden koennen.

Schon der erste Schritt wuerde viel helfen, die beschriebenen Gruppen interessierter EntwicklerInnen ihren Teil beitragen zu lassen, den OePNV fuer alle TeilnehmerInnen noch attraktiver zu machen. Seit dem Berliner Treffen haben andere Verkehrsverbuende das Thema fuer sich entdeckt, der Ulmer Vorsprung ist also ein wenig dahingeschmolzen wenn Ulm/Neu-Ulm und der Verkehrsverbund das _wollen_, koennten sie aber trotzdem die erste Region in der Bundesrepublik sein, die hier tatsaechlich Naegel mit Koepfen macht und die freie Veroeffentlichung von Nahverkehrsdaten ankuendigt.

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