Stadtraum und Mobilität




„Verkehr ist ein Teil des Stadtlebens und nicht anders herum.“ Klaus Bondam, Bürgermeister für Technik und Umwelt von Kopenhagen (2006 – 2009).


Soviel Mobilität wie möglich und so wenig Autoverkehr wie unbedingt erforderlich – das ist die zentrale Folgerung aus dem VEP-Leitbild. Durch Förderung des Umweltverbundes (Fuß-, Radverkehr und ÖPNV) sind überzeugende Alternativen zum Autofahren zu entwickeln und dafür zu werben. Dann können immer mehr Menschen nachhaltig die Vorteile des Umweltverbundes persönlich erleben und sich selber aktiv daran beteiligen. Gleichzeitig sollten viele der bestehenden Straßen- und Stadträume so umgestaltet werden, dass sie möglichst leise, und sicher wirken und es angenehmer als heute ist, dort zu wohnen oder sich dort aufzuhalten. Hierzu sind eine Reihe von möglichen Maßnahmenpaketen geeignet, wie z.B.:

  • Angemessene Verknüpfung von verkehrlichen mit stadtplanerischen Aspekten:

Hiermit ist gemeint, dass beispielsweise bei der Planung neuer Wohn- und Gewerbegebiete möglichst frühzeitig und sorgfältig auch eine qualifizierte Erschließung für den Fuß- und Radverkehr mit einzuplanen ist; das gleiche gilt für den ÖPNV einschließlich vorhandener Eisenbahnanlagen und möglicher neuer S-Bahn-Haltepunkte.

  • Verkehrsberuhigungsmaßnahmen außerhalb des Hauptverkehrsstraßennetzes:

Durch eine möglichst weitgehende Konzentrierung der Hauptverkehrsströme auf die Hauptachsen und Vorbehaltsnetze sollten die dazwischen liegenden Bereiche durch geeignete Verkehrsberuhigungsmaßnahmen besonders geschützt werden.

  • Umgestaltung und Aufwertung von Stadträumen und Wohnquartieren:

Als ein städteverbindendes Beispiel hierzu ist die Herdbrücke zu nennen. Sie ist die wichtigste Verbindung der beiden Innenstädte. Im Gegensatz zum VEP 1995, wo die Zielsetzung lautete, die Herdbrücke mittelfristig ausschließlich für den Umweltverbund umzugestalten, wird es heute mehrheitlich für richtig erachtet, diesen Bereich so umzugestalten, dass hier eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre geschaffen wird (Fuß- und Radverkehr) und gleichzeitig der ÖPNV sowie alle quartiersbezogenen Kfz-Fahrten angemessen abgewickelt werden können.

  • Teilräumliche Parkraumkonzeptionen:

In beiden Innenstädten ist – wie in vielen anderen vergleichbaren Städten auch – das Parken kostenpflichtig. Neben den städtischen Einnahmen, wird auf diese Weise sichergestellt, dass normalerweise in der Innenstadt jederzeit einen Kfz-Parkplatz gefunden werden kann.

Diese Form der „Bewirtschaftung des Parkraumes“ ist inzwischen akzeptiert, und hat sich grundsätzlich bewährt. Da das Thema „Parken“ allerdings in vielen Bereichen außerhalb der Innenstädte mittlerweile für großen Ärger sorgt, ist darüber nachzudenken, ob die Instrumente der Parkraumbewirtschaftung (mit Parkscheibe, mit Parkschein, Bewohnerparken, etc.) auch hier angewendet werden können.

  •  Barrierefreiheit:

Die Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Verkehrsteilnehmer soll in beiden Städten weiter verbessert werden. Dazu gehört neben Bordsteinabsenkungen, niveaugleichen Straßenquerungen für Verkehrsteilnehmer mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen und anderen auch die Verbesserung für Personen mit eingeschränkten Wahrnehmungssinnen wie z. B. Blindentaster und Blindenleitsysteme an Haltestellen und ähnliches.

  •  Sozialverträglicher Verkehr:

Bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes wird verstärkt auf die Nutzung der sozialen Kontrolle geachtet. So sollen Gestaltungsprinzipien Anwendung finden, die dabei helfen, abgelegene und wenig frequentierte Aufenthaltsräume – sogenannte „Angsträume“ - zu vermeiden.

  • Wohnquartiere (Gehwegparken, ggf. kein Begegnungsverkehr, Tempo 30 flächig):

In den Wohnquartieren soll die Aufenthaltsqualität und die Verkehrsqualität der Verkehrsteilnehmer des Umweltverbundes verbessert werden. Dies kann bspw. durch eine weitere Ausweitung der Tempo-30-Zonen jenseits des Vorbehaltsnetzes für den MIV geschehen.

Zur weiteren Verlangsamung des Verkehrs in den Wohnquartieren ist die Vermeidung von Begegnungsverkehr mit Ausweichbuchten denkbar. Ein weiterer verbesserungsfähiger Punkt betrifft das nicht StVO-konforme Parken auf den Gehwegen in einigen Ulmer Stadtteilen.

Was halten Sie in Ulm und Neu-Ulm in dieser Hinsicht für notwendig? Welche Anregungen haben Sie?

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Ulm, Hirschstraße - c) Stadtarchiv Ulm



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