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Verkehrsmanagement

altes denken noch immer in den köpfen

von parreseux am 08.10.2012 | 10:52 | Kommentare: 24 |

wir haben gute ansätze in ulm - z.b. den mittelteil der neuen strasse, wo eine ziemlich gleichrangige und gleichberechtigte nutzung aller verkehrsteilnehmer stattfinden kann - und auch die leitbilder und die bürgerbeteiligung hier im vep sind lobenswert.

leist man jedoch die grundtexte zum thema "verkehrsmanagement", beschleicht einen schon wieder das gefühl, dass die planer und macher eben doch immer noch in den alten denkstrukturen des motorisierten individualverkehrs festhängen. da wird viel vom stau (der autos) gesprochen, von stauvermeidung, von (park-) leitsystemen. einmal immerhin wird an dieser stelle das wort öpnv erwähnt, radverkehr und fussgänger kommen hier nicht vor! verkehrsmanagement in unseren städten wird also folglich vor allem als management für den miv verstanden. so werden wir nicht zu einem neuen verständnis von mobilität, zu neuen, auch nachhaltigen verkehrsstrukturen, zu einer echten gleichberechtigung der verschiedenen verkehrsteilnehmer kommen. so werden wir zu einigen schönen detailverbesserungen kommen, am der grundsätzlichen struktur und auch an den sich daraus grundsätzlich ergebenden problemen wird damit jedoch nichts geändert, sprich, das bestehende system bleibt erhalten.

ich hoffe sehr, dass die planer, macher und entscheider im verlauf dieses prozesses noch dazu in der lage sind, die eigenen denkprozesse zu reflektieren und auch zu ändern. weg von der fixierung auf den automobilverkehr, weg zum beispiel von nett, aber nicht wirklich ernst gemeinten lippenbekenntnissen zur stärkung des farhradverkehrs. hin zu einem denken, welches die verschieden verkehrsmittel (fussgänger, rad, öpnv, miv) als wirklich gleichrangige und gleichberechtigte teilnehmer ansieht und danach diese gleichrangigkeit - von der wir lichtjahre entfernt sind! - umsetzt.

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Kommentare

Moderation am 22.10.2012 12:53:22

Hallo Radi, liebe Teilnehmenden,
zu der Beteiligung von Kindern an der Planung haben uns die Städte Ulm und Neu-Ulm folgende Information gegeben:
"Alle Planungen sind grundsätzlich neutral. Bei der Stadt Neu-Ulm wird darüberhinaus für alle Planungen eine sog. "Familienfreundlichkeitsprüfung" durchgeführt. Auch die Stadt Ulm berücksichtigt im Rahmen der Prüfung der Barrierefreiheit die Belange aller Nutzergruppen."

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)

Radi am 22.10.2012 11:39:48

@FrauHohberg: am einfachsten wäre es Menschen, die mit Kindern als Fußgänger oder Radfahrer in Ulm unterwegs sind beratend hinzuzuziehen, oder die Verkehrsplaner(innen???) verstärkt einzubinden, die selbst Kinder haben und Ulm nicht nur als Auto(mit)fahrer kennen.

benutzer100 am 21.10.2012 14:33:52

Sorry, im Kommentar gerade eben führt der zweite Link vermutlich aufgrund eines mitübermittelten Kommas am Ende der URL nicht zu der gewünschten Seite. Der korrekte Link ist:  Link

benutzer100 am 21.10.2012 14:30:53

Angenehm, dass an dieser Stelle so viel diskutiert wird. Es wäre klasse, wenn die Idee der Nachhaltigkeit das alte Denken in den Köpfen vertriebe.
Nicht nur Bildung in den Kindergärten und Schulen halte ich für ein Muss, Teil des Verkehrsmanagements könnte auch ein Marketing- und Aufklärungs-/Bildungsmanagement für alle Bevölkerungsschichten sein. Beispiel: "anstupsende Maßnahmen", um den Kauf von Fahrrädern, E-Bikes zu unterstützen; immer wieder Plakatserien, die auf die Vorteile des ÖPNV aufmerksam machen; Hilfestellungen, z.B. wie diese: Mobilagenten (  Link ) oder DB-Automatenschulung (siehe z.B.  Link PDF-Seite 4, Heft-Seite 6) auch für DING-Automaten etc.
ÖPNV-Image, -Nutzungsmöglichkeiten und Kenntnisse über den und das Nutzen sollten auf verschiedenen, zusammenspielenden Wegen verbessert werden.

FloDiehl am 19.10.2012 23:04:57

@Jimmy: ich wär für eine neue Art von Reifen, die bei Geschw. >50km schmelzen... ;-)

Ne, ernsthaft. Zentralisierte Kontrolle ist teuer. Die Stadt "kassiert" zwar mit jedem Blitzer, aber der will auch gekauft werden und die Hansel die das Zeug auswerten, verschicken etc.pp. kosten auch alle Geld.

Ich will hier wiedr einen früheren Gedanken aufgreifen. Die Car2Go Idee mit den Öko-Punkten. Warum nicht FAIRNESS PUNKTE? Autofahrer können durch langsames, defensives Fahren Punkte sammeln, und die dann z.B. gegen Parktickets in Ulmer Parkhäusern eintauschen.

Da es keine interne Blackboxen in Autos gibt, wäre die nächste Möglichkeit eine App für GPS-fähige Handys; das Handy muss dafür als Navi genutzt werden und misst die Geschwindigkeit und die Beschleunigung.

Jimmy am 19.10.2012 13:59:05

Ich teile die Meinung von FloDiehl. Die geforderte Geschwindigkeitsbegrenzung ist m.E. aber nur der erste Schritt, der zweite ist, sie auch sicherzustellen. Da so gut wie nicht kontrolliert wird, müssen bauliche Maßnahmen getroffen werden, so dass schnelles Fahren erst gar möglich ist.

FloDiehl am 19.10.2012 10:54:47

@Fr. Hohberg (& Radi):

das wichtigste in puncto Kinder & Straßenverkehr ist wohl Sicherheit. Kinder sind per definitionem keine vollwertigen StV-Teilnehmer, weil sie ja noch lernen müssen. Daher ist von vorne herein mehr Rücksichtnahme der anderen Verkehrsteilnehmer gefragt. Aktive Rücksichtnahme ist von jedem Fahrer geboten der Kinder im Gefahrradius seines Fahrzeugs wahrnimmt. Diese aktive Rücksichtnahme ist jedoch nicht anwendbar auf Gefahrensituationen die vom Fahrer selbst nicht antizipiert werden können; z.B. wenn ein spielendes Kind aus einer Reihe parkender Autos hervorspringt.

Hier sollte man die passive Rücksichtnahme definieren, etwa durch eine allgemeine Geschw. Beschr. auf

Moderation am 19.10.2012 9:09:57

Hallo Radi, liebe Teilnehmende,
das ist ein wichtiger Hinweis. Wie könnten die Kinder bzw. ihre speziellen Bedürfnisse Ihrer Meinung nach besser in die Planung einbezogen werden? Welche Aspekte sollten hier möglicherweise stärker beachtet werden?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)

Radi am 19.10.2012 9:01:28

vielleicht würde die Verkehrsplanung davon profitieren, wenn alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt in die Planung einbezogen würden. Im Moment scheinen mir die Bedürfnisse von Kindern eher unterrepräsentiert, ebenso wie die Beteiligung von Frauen an den entscheidenden Stellen der Planung und Umsetzung. Kinder haben in einer Stadt nur die Möglichkeit selbst mobil zu sein, wenn man sie als Verkehrsteilnehmer ernst nimmt und eine kindgerechte Planung nicht als Kuschelplanung deklariert.

Werner Korn am 12.10.2012 12:05:29

@CG3
Das sehe ich genau so. Man kann nicht alle Verkehrsträger gleichzeitig attraktiver machen. Wer mehr Bus-, Straßenbahn-, Rad- und Fußverkehrsanteile haben will, der muss notwendigerweise den MIV einschränken.

CG3 am 11.10.2012 21:48:57

Eigentlich sollte jeder Verkehrsplaner die "Bicycle Diaries" von David Byrne lesen müssen... aber eine Idee ist besonders interessant: Staus zu verringern, vermindert wesentlich die Wettbewerbsfähigkeit des ÖPNV. Wer ständig im nervigen Stau steht, steigt eher um oder nimmt das Rad oder geht (soweit möglich) zu Fuss!

Werner Korn am 11.10.2012 16:43:33

Die Faltblätter des Aktionsbündnisses "FahrRad" sind prima.
Meines Erachtens muss aber schon viel früher angesetzt werden.
Spätestens, wenn sie in die KiTa kommen, genießen zu viele Kinder die Windschutzperspektive und lerne als Mitfahrer, das das Auto das "normale" Verkehrsmittel ist. In der Stadt ist das aber in den meisten Fällen Quatsch. Die Kinder sollten selbst im Verkehrsraum unterwegs sein ... zu Fuß, auf dem Roller, auf dem Rad. Sie müssen präsent sein, damit sie von anderen auch wahrgenommen. So schulen sie ihre Motorik, stärken ihre Gesundheit und sind entspannter in der KiTa oder Schule.
Damit das sicher gelingen kann, muss es eingeübt werden ... mit Erzieherinnen, Erziehern und Eltern.
Einen umfassenden Ansatz zur Mobilitätserziehung gibt"s beim VCD zu entdecken:  Link
Hier wäre eine flächendeckende Kampagne zur Mobilitätserziehung in Ulmer KiTas und Schulen vorstellbar. Viel billiger als teure Infrastrukturbaumaßnahmen und nachhaltig wirksam. Unterrichts- und Aktionsvorschläge gibt"s ohne Ende.

Moderation am 11.10.2012 13:58:36

Liebe Teilnehmenden,

die Stadt Ulm hat uns zum Thema Mobilitätserziehung folgende Informationen zukommen lassen:

Initiative des Aktionsbündnisses Tipps und Hinweise zur Fahrradnutzung, Link:  Link

Je eines dieser Faltblätter wurde an alle Schulen in Ulm versendet wurden, doch nur eine Schule hat bisher weitere Exemplare für Schüler bestellt.

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)

FloDiehl am 10.10.2012 21:06:16

Übrigens: wir befinden uns auf sehr hohem Niveau. Ich durfte ein halbes Jahr das Nord-amerikanische Nahverkerhrssystem "geniessen" :-)

FloDiehl am 10.10.2012 21:05:07

@Klee: den SUVfahrenden Yuppie der fuer 120 Euro Super tankt sich aber beim Aldi aufregt wenn das Billo-huenchen 5 cent teurer wird, werden Sie nie in nen Bus kriegen, oder ne StraBa. Selbst wenns billiger wäre.
Der Punkt ist auch nicht die restlichen 95% der Verkehrsteilnehmer in Busse zu klemmen.
Das Verkehrsmanagement muss die Quadratur des Kreises insofern schaffen, als es fuer jeden Verkehrsteilnehmer optimale Bedingungen schafft, und nicht versuchen die Leute auf nur ein Verkehrsmittel zu verlagern.

In Kopenhagen fahren mehr Fahrraeder als Autos. Es gibt Lastenfahrraeder mit E-Motor, da gabs vor ein paar Tagen eine schoene Artikelserie auf zeit.de

Die Planung muss so laufen, das so etwas eben auch prinzipiell moeglich ist. Ob"s die Leute dann nutzen steht auf nem anderen Blatt.

Maike am 10.10.2012 8:15:04

In Stuttgart gibt es auch Call a Bike, warum eigentlich nicht auch bei uns?

Klee am 09.10.2012 22:50:36

Vielleicht sollte ich aber hinterherschieben, dass dieser Beitrag nicht gegen einen anderen Beitrag hier gerichtet war - das waren nur allgemein gehaltene Gedanken.

Klee am 09.10.2012 22:48:08

Vorab: Ich bin ein großer Fan eines klug geplanten ÖPNVs, der so attraktiv ist, dass die Leute von sich aus lieber mit Straßenbahnen oder Bussen oder Fahrrädern fahren als mit dem Auto. Wieso bei zwei Straßenbahnenlinien stehen bleiben? Wir brauchen drei, vier, fünf, nach Blaustein, Wiblingen, Burlafingen, Jungingen,... wieso bei der S-Bahn so defensiv? Holen wir uns die Pendler doch in Scharen mit modernen S-Bahnen in die Stadt!

Nur: das Ideal einer autofreien Stadt ist keines. Ich kann theoretisch nachvollziehen, dass einige allergisch reagieren auf die Begrifflichkeit; faktisch müssen wir aber pragmatisch sein und den MIV nicht über Gebühr benachteiligen. In einer freien Gesellschaft müssen wir auch denjenigen eine faire Chance geben, die mit ihrem übermotorisierten, geleasten Benz auf Geschäftskosten jeden Tag nach Ulm reinfahren und wieder rausfahren wollen.

So sehr ich ÖPNV mag, so wenig halte ich von ÖPNV aus Zwang - aus gesellschaftlichen, aber auch aus Akzeptanzgründen. Auch der MIV muss selbstverständlich fair mitbedacht werden, wenn wir den städtischen und regionalen Verkehr in seiner Gesamtheit betrachten wollen. Wir sollten uns darauf konzentrieren, umweltfreundliche und attraktive Alternativen zu schaffen, die von sich aus Überzeugen und nicht etwa nur, weil wir alle anderen Fortbewegungsmodi behindern. Ein gutes Angebot ist das beste Argument, das zugleich auch den Stadtfrieden nicht nur sichert, sondern ausbaut.

FloDiehl am 09.10.2012 22:21:48

@Birgit Hohberg:
ich plapper einfach mal dazwischen...
Ich vermisse die ökologische Schiene und das Holistische, was denke ich auch parreseux meint.

Ökologisches: ich finde nirgends einen Punkt der die Autofahrer selbst anspricht. Verkehrserziehung, ruecksichtsvolles und sparsames Fahren gehoeren IMHO auch in die Diskussion. Man kann nicht nur über die Infrastruktur reden, und das Wichtigste aussen vor lassen, naemlich die, die sie spaeter benutzen werden.

Um hier wiedermal Car2Go zu zitieren: die haben seit einiger Zeit so einen Öko-Zaehler eingebaut, was dazu fuehrt dass ich wirklich wesentlich defensiver fahre, als zuvor. Man weiss zwar nicht was die Punkte einem bringen, aber man will trotzdem moeglichst viele haben...das Gehirn tickt halt so.
Gaebe es Moeglichkeiten im PPV sowas zu realisieren? Anreize zum sparsamen Fahren zu schaffen?

Was ist mit Leihfahrraedern wie es sie in Berlin undMuenchen gibt?

etc. pp. so viele Ideen :-)
und entschuldigung fuer die Umlaute, ich tippe auf einer Amitastatur...

FloDiehl am 09.10.2012 22:12:07

Ich sag" nur Car2Go. Ist für mich genial, man spart auf den Kilometer gerechnet vielleicht nicht viel, mittlerweile kostete 29ct, aber man hat keinen Stress wegen Versicherung, Parkplatz oder Autowaschen...für mich ist das Zukunft.

Was hier angeprangert wird, kann erst gelöst werden, wenn die Leute aufhören zu glauben sie bräuchten ein eigenes Kfz. So wie sich früher jeder ein Haus bauen musste, weil es das Konzept der Miete nicht gab.
Aber so lange unsere Regierung die alten Strukturen subventioniert (Abwrackprämie) setzen sich neue Gedanken nicht durch. Neu wäre, wenn sich BMW und VW &co nicht als Hersteller sondern als Mobilitätsdienstleister verstehen würden. Car2Go ist ein erster Schritt nur es braucht mehr davon. Erst dann wird sich Infrastruktur ändern koennen.

Deshalb: ich kann Ihre Kritik nachvollziehen und teile sie, aber das Pferd ist von hinten aufgezäumt. Es muss sich zuerst an anderer Stelle etwas ändern.

Maike am 09.10.2012 13:52:59

Das mit der Mobilitätserziehung in KiTas und Schulen finde ich auch sehr wichtig. Das kann gar nicht früh genug anfangen.

Moderation am 09.10.2012 10:51:36

Hallo Werner Korn,
der Hinweis auf "weiche Maßnahmen" klingt sehr interessant. Können Sie diese Ideen noch ein bisschen weiter ausführen?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)

Werner Korn am 09.10.2012 10:40:04

Die Kritik teile ich. Schon der Titel "Verkehrsentwicklungsplan" greift m.E. zu kurz und lebt in der Tradition, Verkehrsentwicklungspläne als Wunschlisten für Infrastrukturausbaumaßnahmen zu gestalten.
In der aktuellen VEP-Fortschreibung fehlen belastbare Ziele z.B. zur Verkehrsvermeidung oder zur spürbaren Veränderung des Modal Split zugunsten des Umweltverbundes (z.B. 20 % Radverkehr), an denen sich die entsprechenden Entwicklungsszenarien orientieren könnten.
Desweiteren fehlen weiche Maßnahmen (eine moderne Mobilitätserziehung in KiTas und Schulen, Werbekampagnen ...), die den VEP zu einem umfassenden Mobilitätsplan machen könnten.

Moderation am 08.10.2012 11:20:08

Hallo Parreseux,
möglicherweise liegt es an der Aufteilung bzw. Separierung der Schwerpunkte, dass nicht überall alle Themen vertreten sind. Inwiefern würden Sie die von Ihnen genannten Themen gern im Kontext des Diskussionsschwerpunkts Verkehrsmanagement wiederfinden?
Wie würden Sie diese Punkte hier formulieren wollen?
Wie kann Ihrer Meinung nach ein neues Verständnis von nachhaltigen Verkehrsstrukturen entwickelt werden?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)

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