Strukturierung des Straßennetzes



"Das Automobil ist so erfolgreich, dass es nur einen wirklichen Feind hat, nämlich sich selbst. Seine massenhafte Verbreitung ist eine Herausforderung an die Zukunft des Straßenverkehrs.“ Eberhard von Kuenheim (*1928), dt. Topmanager, 1970-93 Vorstandsvors., 1993-99 AR-Vors. BMW AG


Der Kfz-Verkehr - oder auch motorisierter Individualverkehr (MIV) - findet im Verkehrsentwicklungsplan ebenfalls Berücksichtigung. Dies geht es aus dem Oberziel der „verträglichen Abwicklung des notwendigen Kfz-Verkehrs“ hervor. Aus diesem Oberziel wurden die Handlungsfelder "Strukturierung des Straßennetzes" und "Prüfung der Notwendigkeit von Ergänzungen und Ertüchtigungen im MIV-Vorbehaltsnetz" abgeleitet.

Mit den beiden Handlungsfeldern wird die Grundlage gebildet, den Kfz-Verkehr leistungsgerecht abzuwickeln, ihn bedarfs- und ereignisgerecht zu lenken und so zu beeinflussen, dass negative Erscheinungen, wie beispielsweise Staus und Durchgangsverkehr in Wohnquartieren, vermieden werden sollen.

Dem übergeordneten Aspekt der Systematisierung soll durch die Definition eines Vorbehaltsnetzes für den Kfz-Verkehr Rechnung getragen werden. Im Vorbehaltsnetz des MIV wird festgelegt, wo die Hauptverkehrsströme des Autoverkehrs abgewickelt werden sollen. Die Festlegung des Vorbehaltsnetzes erfolgt unter Berücksichtigung der heutigen und zukünftigen Quell-/Zielverkehre und des bestehenden Straßenverkehrsnetzes. Der Schwerpunkt der Strukturierung liegt dabei auf der Stärkung bereits bestehender Infrastruktur.

Vorbehaltsnetze werden sowohl für den MIV (Kfz-Verkehr), den ÖPNV als auch den Radverkehr definiert. Auf dem Vorbehaltsnetz erhält die entsprechende Verkehrsart Vorrang gegenüber kreuzenden und konkurrierenden Verkehrsarten. Dies beinhaltet bauliche Aufgaben, aber auch verkehrstechnische Aspekte. Auf Strecken des Vorbehaltsnetzes empfehlen sich LSA‑Koordinierungsstrecken (Grüne Welle) oder auch längere Grünzeiten und kürzere Wartezeiten für die Verkehrsart des Vorbehaltsnetzes. Bei Überlagerungsbereichen der Vorbehaltsnetze verschiedener Verkehrsarten ist im Detail eine Abwägung und Diskussion der konkurrierenden Interessen erforderlich.

Dort, wo mit Maßnahmen des Verkehrsmanagements künftig keine befriedigende Abwicklung des Kfz-Verkehrs erreichbar ist, ist zu prüfen, ob Ergänzungen und Ertüchtigungen im Hauptverkehrsstraßennetz notwendig sind. So wird im Ulmer Norden durch den Doppelanschluss an die Autobahn A8 und die damit im Zusammenhang stehende Ertüchtigung des Stelzenäcker/Eiselauer Weg die Zukunftsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur in diesem Bereich sichergestellt. Vor diesem Hintergrund wird auch die zukunftstaugliche Erschließung des Donautals geprüft.

Als Ausweichstrecke zur B10, die als Hauptverkehrsader durch die Stadt führt, wird der Ausbau des Mittleren Ring bereits heute in einem umfangreichen Ertüchtigungsprogramm gestärkt. Dies beinhaltet die Signalisierung von Verkehrsknoten, zusätzliche Spuren, geänderten Lichtsignalprogrammen und weitere Bestandteile. Außerdem soll der Verkehr in die Ulmer Innenstadt aufgeteilt werden in eine Erschließung von Westen und von Osten. Vor diesem Hintergrund wird die Stärkung der Straßenverbindung Stuttgarter Straße, Ostplatz, König-Wilhelm-Straße, Münchner Straße, Gänstorknoten untersucht. Damit soll die Anbindung der innerstädtischen Wohn- und Gewerbegebiete an das Hauptstraßennetz verbessert werden.

Auf Neu-Ulmer Seite sind zur Konzentration des Kfz-Verkehrs im Zuge der B 10 (Europastraße) bereits eine Reihe z.T. umfangreicher Maßnahmen erfolgt. So z.B. der 4-streifige Ausbau der B10 (Europastraße) zwischen Breitenhof und der B 10/B 28 (Anschlussstelle Neu-Ulm Mitte) sowie die Unterführung der B10 unter die Memminger Straße mit entsprechenden Schallschutzwänden . Konsequenterweise wird derzeit die Unterführung der Europastraße unter die Reuttier Straße gebaut, und der 4-streifige Ausbau bis zur A 7 ist fest eingeplant.

Die Definition des Vorbehaltsnetzes und die beschriebenen Maßnahmen werden den Kfz-Verkehr noch stärker auf die vorhandenen Achsen konzentrieren. Dies soll einen zügigen Verkehrsfluss auf den Achsen und eine Verkehrsberuhigung in den Wohn- und Geschäftsbereichen erzeugen.

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Neu-Ulm, Augsburger-Tor-Platz - c) Stadtarchiv Neu-Ulm, Furthmair



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