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Verkehrsmanagement

Wieviel KfZ-Verkehr ist notwendig in Ulm

von Jimmy am 18.10.2012 | 15:12 | Kommentare: 23 |

Liebe Vertreter der Städte Ulm und und Neu-Ulm, liebe Moderatoren,

zunächst möchte ich mich bei Ihnen bedanken für die Einrichtung dieses Forums und für das Angebot der Live-Diskussion.

Nun zu meiner Frage: ich habe ich diesem Forum gelesen, dass lt. einer Untersuchung der Ingenieursgesellschaft Brenner in Ulm etwa die Hälfte der PkW-Fahrten im Bereich bis etwa 5 km stattfinden. Ausserdem soll ein Grundsatz des VEP sein, dass nur der "notwendige Kfz-Verkehr" gewährleistet werden soll.

Es ist sicher Ansichtssache, welcher Kfz-Verkehr nun notwendig ist und welcher nicht. Allerdings denke ich, dass der Großteil der o.g. Kurzstreckenfahrten nicht notwendig ist.

Allein diese grobe Abschätzung würde doch bedeuten, dass fast die Hälfte des Kfz-Verkehrs in Ulm als nicht notwendig wegfallen kann. Wäre dies der Fall, wären doch alle Ziele des VEP bei weitem übertroffen.

Wie sehen Sie das?

Freundliche Grüße,
Jimmy

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Kommentare

Tram-Kenner am 18.10.2012 16:41:29

@Stadt Neu-Ulm
Warum nich zeitgleich als Alterntive auch die Linie nach Pfuhl(-Burlafingen)? Damit die Straßenbahn wenigstens Fuß in Neu-Ulm fassen kann ...

Stadt Neu-Ulm am 18.10.2012 16:36:46

@Klee
Derzeit wird aufgrund des Stadtratbeschlusses eine 2. Standardisierte Bewertung für eine Straba (Hbf Ulm - NU Ludwigsfeld) durchgeführt. Ergebnisse hierzu werden voraussichtlich im Stadtrat NU Anfang 2013 grundsätzlich beraten.

Tram-Kenner am 18.10.2012 16:35:47

@Klee, Jimmy
vgl. meine Thread zu den Konzessionen

Klee am 18.10.2012 16:26:52

Unbedingt in Neu-Ulm, deswegen ärgert mich die Haltung von Noerenberg auch so. Er hat beste verkehrliche Voraussetzungen in seiner Stadt, hat große Bevölkerungsschwerpunkte in gut erreichbaren Stadtteilen, in denen die Straßenbahn ohne weiteres ins Herz der Orte fahren können (Pfuhl, Ludwigsfeld*) - und nichts außer Verzögerungstaktik und einem seltsamen Konservatismus. Als ob Neu-Ulm nicht die andere Hälfte einer funktionalen 180"000 Einwohner-Stadt wäre...

* man denke an Böfingen: Straßenbahn in Ortsrandlage, trotzdem ein großer Erfolg!

VEP-Projektgruppe am 18.10.2012 16:26:38

@Jimmy, Tram-Kenner:
Auf Grund der hohen Anzahl an Beiträgen, können wir leider nicht in jedem Thread umgehend reagieren.
Zum einen müssen zur Reduzierung des Kfz-Verkehr Alternativen im Umweltverbund vorhanden sein, die eine Verlagerung ermöglichen. Ziel des Verkehrsentwicklungsplan Ulm / Neu-Ulm ist es, diese Alternativen zu schaffen.
Zum anderen wird bereits aus der Diskussion deutlich, dass die Belange der Verkehrsteilnehmer sehr unterschiedlich sind, welche sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen.

VEP-Projektgruppe am 18.10.2012 16:24:56

@Jimmy, Tram-Kenner:
Auf Grund der hohen Anzahl an Beiträgen, können wir leider nicht in jedem Thread umgehend reagieren.
Zum einen müssen zur Reduzierung des Kfz-Verkehr Alternativen im Umweltverbund vorhanden sein, die eine Verlagerung ermöglichen. Ziel des Verkehrsentwicklungsplan Ulm / Neu-Ulm ist es, diese Alternativen zu schaffen.
Zum anderen wird bereits aus der Diskussion deutlich, dass die Belange der Verkehrsteilnehmer sehr unterschiedlich sind, welche sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen.

Tram-Kenner am 18.10.2012 16:22:28

@Klee
Da muss man gar nichts mehr schmuggeln - ich gehe davon aus, dass die Bürgerschaft hier heute ganz anders dahinter steht. Und es muss ja nicht alles auf einmal sein. Kontinuierlich Scheibchen für Scheibchen, aber eben AUCH Neu-Ulm.

Klee am 18.10.2012 16:20:18

Na, auf die Straßenbahn können wir uns ja alle einigen ;-)

Ich ärgere mich immer noch schwarz, dass die Ulmer Bürger damals das Fünf-Linien-Konzept in die Tonne gekloppt haben. Und nichts wäre mir lieber, als das jetzt wieder durch die Hintertür in die Stadt zu schmuggeln... Ludwigsfeld, Pfuhl, weißer Eselsberg, Blaustein, Wiblingen, mit Kusshand, hehe.

Tram-Kenner am 18.10.2012 16:16:57

@Jimmy,
ich habe sowieso den Eindruck, dass sich die Nutzer hier einen Wolf diskutieren, die VEP-Gruppe mitliest und hier und da mal einen Kommentar einstreut, wo es Allgemeinplätze als Antworten gibt ...
@Klee und @VEP-Projektgruppe
Richtig, jedem Verkehrsmittel seinen Raum - aber die Neuerschließung von Verkehren insbesondere durch die Straßenbahn darf nicht an irgendwelchen kleinkarierten politischen Querelen scheitern. Hier sollten die Beteiligten das Große und Ganze und damit das Wohl des Bürgers im Auge behalten!

Jimmy am 18.10.2012 16:10:49

Nun, da sind wir bei einer Grundsatzdiskussion, bei der wir vermutlich kein Ergebnis finden werden.

Schade finde ich, dass die VEP-Gruppe sich nicht weiter äußert.

Klee am 18.10.2012 15:53:38

Hehe, hätte nicht gedacht, dass ich die Diskussion an dieser Stelle führen würde.

Tram-Kenner, völlige Zustimmung - nur geraten wir dann in eine Situation, in der wir Rechtsgüter abwägen müssen, und das ist schwierig. Vor allem der Operationalisierung wegen, die schwer zu quantifizieren ist - sprich, wie viel sind 2 dB weniger Lärm wert? Wie viele Minuten Fahrzeitverlängerung sind zumutbar? Dafür gibt es keine zuverlässigen Werte, weswegen die Diskussionen oft versanden und zu nichts führen.

Ich persönlich glaube nicht an ein Nullsummenspiel; es muss Mittel und Wege geben, oder geschaffen werden, dass alle Verkehrsteilnehmer von einer guten Lösung profitieren. Stellenweise wird das eine Fortbewegungsmittel, je nach konkreter Situation, vielleicht mehr Vorteile haben und ein anderes einen Nachteil erleiden. In der Summe sollte es sich aber mindestens ausgleichen, wenn nicht eben zu einem Plus für alle führen.

Jimmy am 18.10.2012 15:52:19

Das Argument "persönliche Freiheit" musste hier kommen, ebenso das Beispiel von der gestressten Mami mit drei Kindern und dem Hund.

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus: die große Masse der Autofahrer sind alleine entweder zu ihrer Arbeitsstätte oder in der Freizeit unterwegs und hätten die Option, den Weg auch per Rad oder ÖPNV zurückzulegen.

Ich rede hier nicht von Personen, die auf Kfz angewiesen sind, wie von Klee angesprochen, sondern von Leuten, die aus reiner Bequemlichkeit Auto fahren. Im übrigen bringt meine Frau die drei Kinder tatsächlich mit dem Fahrrad zur Oma, einschließlich eines Fahrradanhängers mit den Einkäufen - auch das ist möglich.

Tram-Kenner am 18.10.2012 15:51:46

Liebe VEP-Projektgruppe,
spielt hier nicht vielmehr auch die komplexe Struktur der Zusammensetzung der teilnehmenden Verkehrsunternehmen eine Rolle? Wie will man eine derartige Vielzahl von Betrieben auch unter einen Hut bekommen? Sysyphus läßt grüßen ...

VEP-Projektgruppe am 18.10.2012 15:48:54

@Tram-Kenner
Aufgrund der kurzen Distanzen in Ulm / Neu-Ulm sind Kurzstreckentickets orgnisatorisch, tariflich und bei der Abrechnung schwierig. Das Thema wurde bereits intensiv diskutiert. Auf fachlicher Ebene (mit den Verkehrsunternehmen) ist man bisher zu den Schluss gekommen, dass die Einführung nicht sinnvoll ist.

Tram-Kenner am 18.10.2012 15:47:25

Nochmal, da haben sich die Buchstaben verhaspelt ...
@Klee
Das grundgesetzlich eingeräumte Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit endet dort, wo ich in die Rechte anderer eingreife, z.B. in deren Recht auf ungehinderte Fortbewegung oder in deren recht auf körperliche Unversehrtheit, vulgo Gesundheit und Lärm ...

Tram-Kenner am 18.10.2012 15:46:03

@Klee
Das grundgesetzlich eingeräumte Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit, wo ich in die Rechte anderermeingreife, z.B. in dessen Recht auf ungehinderte Fortbewegung oder in dessen recht auf körperliche Unversehrtheit, vulgo Gesundheit und Lärm ...

Tram-Kenner am 18.10.2012 15:44:21

@VEP-Gruppe
Ein Beispiel aus Aachen, wo es innerhalb einer gewissen Grenze (z.B. Stadtkern) ein 1-Euro-Ticket für die Kurzstrecke gibt. Seither haben
a.) Schwarzfahrten und
b.) Individualverkehr
in diesem Bereich nachweislich und sprübar abgenommen.
Warum nich so etwas für Ulm?

Klee am 18.10.2012 15:42:50

Wenn ich mit meiner Meinung einspringen darf - in einer freien Gesellschaft müssen wir auch akzeptieren, wenn einer die Kurzstrecke mit dem Wagen fahren will. Zumal jede Menge sehr unterschiedlicher Autofahrer unterwegs sind, auch viele Ulmbesucher, Geschäftsreisende, Handwerker, Taxen... ich will einer gestressten Mutter gerne zugestehen, lieber im Wagen die Kinder zur Oma zu bringen als sich in einen überfüllten 3er zu quetschen.

Ich bin aber auch grundsätzlich eher für attraktive Angebote, die von sich aus zum Umstieg verlocken, als für restriktive Zwangsmaßnahmen. Also steht meine Meinung unter Vorbehalt ;-)

Jimmy am 18.10.2012 15:38:19

Warum halten Sie PkW-Verkehr auf Kursstrecken für erforderlich?

VEP-Projektgruppe am 18.10.2012 15:36:05

@Jimmy: Die Oberziele des Verkehrsentwicklungsplans zielen schwerpunktmäßig auf die Stärkung des Umweltverbundes ab. Insofern sind im Verkehrsentwicklungsplan bereits wichtige Maßnahmen z. B. für den Radverkehr vorgesehen. Die verträgliche Abwicklung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ist für eine leistungsfähige Stadt aber auch zukünftig erforderlich.

Tram-Kenner am 18.10.2012 15:31:17

Zitat Jimmy: "Ich frage mich, warum hier nicht sehr viel schneller und radikaler eingegriffen wird, also Angebote an Autofahrer stark reduziert werden." ... und zugleich die Angebote und Rechte des ÖPNV gestärkt, verstärkt und ausgebaut werden?

Jimmy am 18.10.2012 15:29:22

Prima, dass wir einer Meinung sind :-) Nun wird aber trotzdem mit mehr als moderaten Zahlen gearbeitet. Ich denke dabei an die angepeilte Erhöhung des Radfahrer-Anteils von 14% auf 20% innerhalb fast eines Jahrzehnts. Gleichzeitig bleiben viele Angebote an Autofahrer bestehen, wie z.B. Parkplätze, Stadtautobahnen, Tangentenring etc.

Ich frage mich, warum hier nicht sehr viel schneller und radikaler eingegriffen wird, also Angebote an Autofahrer stark reduziert werden.

VEP-Projektgruppe am 18.10.2012 15:22:12

Grundsätzlich sehen wir das genau wie Sie. Vor allen in diesen kurzen Wegen sehen wir die Potenziale zur Verlagerungen auf den Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖV).

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