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Stadtraum und Mobilität

Gehweg-Parken

von Jimmy am 20.10.2012 | 09:19 | Kommentare: 4 |

Liebe Diskussionsteilnehmer,

ich hatte im Life-Forum am 18.10. das Thema "Gehweg-Parken" angesprochen und nach der Haltung der Stadt Ulm gefragt. Nach Auskunft der Vertreter der Stadt gibt es hierzu keine einheitliche Meinung und die Frage wurde zwecks Meinungsbildung an"s Forum weiterverweisen.

Meine Meinung ist, dass Gehweg-Parken verboten und durch geeignete Maßnahmen unterbunden werden muss, denn es

* nimmt Fußgängern öffentlichen Raum weg,
* gefährdet Kinder, da unübersichtliche Situationen erzeugt werden,
* zwingt Personen mit z.B. Kinderwägen, auf Straßen auszuweichen,
* beschleunigt den Autoverkehr, weil mehr Platz auf der Straße ist.

Außerdem ist ein Gehweg zum Gehen da und nicht zum Parken, sonst hieße er ja Parkweg ;-)

Wie seht ihr das?

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Kommentare

kai_br am 23.10.2012 21:10:18

Es ist in der Straßenverkehrsordnung aus guten Grund verboten, auf dem Gehweg zu parken (es sei denn, es ist explizit durch das Verkehrszeichen 315 erlaubt)! Diese guten Gründe hat Jimmy ja schon genannt. Deswegen verstehe ich die Haltung der Stadt Ulm nicht, dass sie hierzu keine einheitliche Meinung habe.

Ein Beispiel ist der Stifterweg oder der Trollingerweg auf dem Eselsberg. Hier verbleiben teilweise nur noch eine Breite von einem halben Meter für den Fussweg. Wie sollen Eltern mit Kinderwagen dort vorbeikommen? Oder ein Rollstuhl? Außerdem muss bedacht werden, dass Kinder bis 8 Jahren auf dem Gehweg radfahren müssen und bis 10 Jahren dort Radfahren dürfen.

Deswegen muss meiner Meinung nach die Stadt Ulm konsequent gegen Gehwegparker vorgehen und nur dort, wo ausreichend Platz ist, den Gehweg per Verkehrszeichen 315 freigeben. In dem Fall sollten aber noch mindestens 1,5 bis 2 Meter für die Fußgänger, radfahrende Kinder etc. freibleiben.

benutzer100 am 21.10.2012 13:23:44

Hallo.

Danke für diesen Forumsbeitrag, den ich gerne in allen Punkten unterstreichen möchte.

Den Stichpunkt "gefährdet Kinder, da unübersichtliche Situationen erzeugt werden" möchte ich dahingehend ergänzen, dass auch Radfahrer gefährdet werden, z.B. in Kreuzungsbereichen.
Konkretes Beispiel: Im Bereich Kreuzung Zeitblomstraße/Karl-Schefold-Straße - eigentlich nach Umbau vor einiger Zeit ganz gut gelungen, etwas frei wirkend - steht immer mal wieder alles mit parkenden Fahrzeugen voll. Wenn man auf der Zeitblomstraße mit dem Rad unterwegs ist, sollte einem - trotz Vorfahrt - der Einblick in die kreuzende Straße möglich sein, um die Verkehrssituation abschätzen zu können.
Durch die parkenden Fahrzeuge, ab und zu sogar größere Transporter, wird die Möglichkeit dieses Abschätzens aber deutlich eingeschränkt.

Beim Punkt "zwingt Personen, auf Straßen auszuweichen" möchte ich gerne bei den Beispielen neben den Kinderwägen noch deutlich die Personen hervorheben, die mit Krücken, Rollatoren oder Rollstühlen unterwegs sein müssen. Manchmal versperren parkende KFZ auch deren Zugang zu abgesenkten Bordsteinen. Sehr ärgerlich für die Betroffenen!

Jimmy am 21.10.2012 9:25:56

Selbst die Ausweisung von Parkplätzen auf breiten Gehwegen empfinde ich als Zumutung. Als Beispiel führe ich den östlichen Teil der Frauenstraße an: hier wurde vor einigen Jahren ein sehr schöner und bestimmt auch teurer Gehweg angelegt - ein erster Schritt in die richtige Richtung. Leider wurden auf diesem Gehweg kurze Zeit später Parkplätze markiert. Nun ist alles wieder mit Pkw zugestellt und die gewonnene Qualität ist wieder dahin. Nicht zuletzt auch zum Schaden der anliegenden Läden.

Zum Parken auf Gehwegen ohne entsprechende Markierung ist folgende Formulierung aus  Link interessant:

"...auf Gehwegen ist das Parken verboten, solange es nicht durch Schilder und/oder Markierungen explizit erlaubt wird."

Ich weiss nicht, ob das rechtlich so haltbar ist. Falls ja, wird verbotenes Verhalten in Ulm massenhaft praktiziert und nicht sanktioniert.

Bürger am 20.10.2012 22:57:40

@ Jimmy: 100 % Zustimmung.

Mich würde interessieren, mit welcher Begründung die Stadt Ulm hier sogar vereinzelt die Straßenbaurichtlinien missachtet (Mindestgehwegbreite 2,50 m, siehe  Link )?

Konkrete Anfrage zur Bockgasse:
Wenn schon ein Verbot des Gehwegparkens kurzfristig nicht machbar ist: wäre es möglich, die 2,50 m Gehwegbreite durch einen weißen Strich auf dem Gehweg zu markieren?
Der Strich war schon mal vorhanden, wurde aber seit Jahren nicht mehr nachgezogen und ist nun nicht mehr sichtbar. Die Parkplätze haben sich in letzter Zeit immer mehr auf den Gehsteig verlagert.
Das ist praktisch für den Kfz-Verkehr: Autos kommen nun wieder zügig im Begegnungsverkehr aneinander vorbei.
Das ist unpraktisch für Fußgänger: Wenn die sich begegnen, kann es schon mal eng werden ...

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